Helgoland – unsere Insel

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Ich gebe es ja zu, ich war früher nie ein Nordsee-Kind! Ich liebe „meine“ Ostsee und hatte lange kein Interesse an einem anderen Meer. Was nicht zuletzt auch daran lag, dass unser erster Kontakt in meiner Kindheit nur suboptimal gelaufen ist. Wir, also meine Eltern und ich allesamt gebürtige Ostsee-Kinder, wollten mal Urlaub an der Nordsee machen und stehen am Anreisetag in kurzen Hosen, schlotternd, notdürftig in Decken gewickelt an der Küste des anderen Meeres und nun ja was soll ich sagen: Der Sturm war da und das Wasser war weg! Was war ich enttäuscht *hahaha*…

Heute ist das anders. Würde ich mich heute entscheiden müssen, Urlaub an der Nordsee oder Ostsee zu machen, würde es vermutlich die Nordsee treffen. Ich liebe mittlerweile diese rauhe und unbändige See während mir die Ostsee manchmal einfach zu brav ist.

Nun gut, lange Rede kurzer Sinn: Nachdem ich euch vor einiger Zeit meine liebste Ostsee-Insel gezeigt habe, ist nun die Nordsee dran. Und nein, es ist keine der klassischen Lieblingsinseln wie Sylt, Amrum oder Föhr…

Helgoland ist unsere „Paar“-Insel. Wir sind schon oft auf Helgoland gewesen, mein Mann und ich, aber nie mit den Kindern (ok, einmal war Lenchen im Bauch mit dabei und ich habe auf Helgoland die ersten Tritte von ihr gespürt) aber sonst? Und warum? Keine Ahnung, es hat sich bisher einfach nicht ergeben und vorletztes Jahr haben wir uns zum 10 jährigen Hochzeitstag noch einmal ganz bewusst eine kleine Auszeit als Paar auf unserer Insel geschenkt.

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Die Insel ist ja oft verschrien als Touristenhochburg, wo alle nur wegen des zoll- und steuerfreien Alkohols und der Zigaretten hinkommen. Aber das hat Helgoland eigentlich nicht verdient. Ok, zwischen 11:30 und 15:30 sollte man sich entweder weit aufs Oberland zurückziehen oder auf die Düne auswandern oder aber sich mit einem Kaffee an den Hafen setzen und das hektische Treiben ganz entspannt beobachten…

Helgoland gibts für mich nur mit Übernachtung und das mittlerweile am liebsten im Gästehaus Siemens! Hier gibt es sauber und modern eingerichtete Zimmer und Appartements zu wirklich guten Preisen (Wlan und Handtücher/ Bettwäsche inkl.) und man wohnt zentral im Unterland.

Mein Mann, als bekennender Hausmeister und Heimwerker, ließ sich natürlich nicht von einem Besuch im wahrscheinlich kleinsten Baumarkt Deutschlands abhalten. Toller kleiner Laden in den einmaligen Hummerbuden von Helgoland und es gibt doch alles was man so im Alltag brauchen könnte…

Und wenn man auf der Insel ist, kommt man um die ein oder andere Portion Knieper nicht drum herum. Die Taschenkrebsscheren sind hier eine typische Spezialität und gibt es in fast in jedem Restaurant im Ober- und Unterland der Insel.

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Schaf möchte ich allerdings nicht sein auf Helgoland. Es gibt zwar immer saftiges grünes Gras allerdings scheinen manche Schafe lebensmüde, so dicht wie sie am Abgrund grasen. Ich muss beim nächsten Besuch mal in Erfahrung bringen, ob schon mal eins abgestürzt ist. Wundern würde es mich nicht.

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Was man den ganzen Tag macht auf dieser kleinen Insel? Also natürlich die Natur genießen und Seehunde und Vögel beobachten. Aber wenn einem doch mal die Wolkendecke auf den Kopf fällt und ein Hauch von Langeweile aufkommt, hat die Insel einiges zu bieten. Neben Minigolf und wirklich schönen Spielplätzen für die Kleinen, gibt es ein tolles Schwimmbad mit einer kleinen aber feinen Saunalandschaft (bei 90 Grad schwitzen und durch eine Panoramascheibe aufs Meer schauen und Boote zählen…) und einigen Innen- und Außenbecken. Man kann sich während einer Führung durch die Luftschutzbunkeranlagen im Felsen der Küste zurück in andere Zeiten versetzen lassen oder sich auf die Spuren von James Krüss (gebürtiger Helgoländer) begeben und in der kleinen Buchhandlung im Oberland eines seiner Bücher erwerben. Auch die Biologische Anstalt oder das Museum Helgolands erzählen viel über die bewegte Geschichte der kleinen Insel und wer möchte kann eine Hummerpatenschaft übernehmen und mithelfen, den Bestand wieder zu stabilisieren.

Einer meiner liebsten Plätze auf Helgoland ist und bleibt aber die kleine vorgelagerte Düne, die nur mit einem kleinen Fährboot oder vom Festland mit kleinen Flugzeugen zu erreichen ist. Hier kann man super hin flüchten, wenn die ganzen Tagestouristen auf die Insel kommen und es voll wird. Ich könnte stundenlang dort sitzen und die Seehunde beobachten oder auch mich von ihnen beobachten lassen.

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Irgendwann heißt es wieder Tschüss sagen aber es wird kein Abschied für immer sein, denn eins steht fest: Ich werde wiederkommen und vielleicht das nächste Mal auch mit meinen Mädels… Gefallen würde es ihnen, da bin  ich mir ganz sicher!

Literaturtipp:
Reise Now How – Helgoland
James Krass – Henriette Bimmelbahn

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